Paul Heldners langer Kampf um die Rettung der Landmauer

aus der Publikationsreihe der Pro Historia Glis - Nr. 15 - 2009 - "Paul Heldner der Lokalhistoriker"

Ein spätherbstlicher Bilderbuchtag leuchtet am 27. 0ktober 2002 den Geladenen vor der Landmauer in Gamsen. Für die Stiftung «Landmauer Gamsen», die aus der Pro Historia Glis hervorging, gilt es, die «treibenden Kräfte» der Unterschutzstellung und der Restauration der Landmauer zu würdigen. Rund 1 Million Franken wurden bis dahin in den Schutz und in die Restauration der historischen Talsperre in Gamsen investiert. Nicht in der vorderster Reihe, aber dennoch unter den «Rettern», hört sich Paul Heldner die Lobreden zur rühmlichen Restauration, der zum nationalen Denkmal erhobenen Gamsamauer. Wir greifen zurück: 18 jährig war der Lonzalehrling, als er 1946 in einem Brief die Archäologen des Staates Wallis auffordert, dem Verfall der historisch bedeutsamen Landmauer Einhalt zu gebieten. Und siehe - Heldners Intervention bleibt nicht ungehört. Der Genfer Kantonsarchäologe Louis Blondel sichert sich für die bauarchäologische Erfassung der Gamsamauer (mur de Gamsen) die Mitarbeit Heldners. Unentwegt - oft alleine gelassen - kämpft Heldner um die Unterschutzstellung der Landmauer. Dabei übergeht er disqualifizierende Wertungen, nimmt um die Rettung der bewehrten Mauer Rückschläge in Kauf. Kein Wunder, in Verkennung der historischen Bedeutung versinkt die Talsperre zu einem Steinlieferanten, an dem sich Anwohner gut und billig mit Bausteinen bedienten. Paul Heldner sollte sich noch weiter gedulden, ehe er sich von namhaften Historikern und Archäologen bestätigt sieht, wonach in Gamsen mit der Landmauer ein wichtiges geschichtliches Zeugnis dem Verfall preisgegeben ist. 1981 beschreibt Prof. Dr. Werner Meyer, Präsident des Schweizerischen Burgenvereins, die Gamsamauer als «einziges Beispiel einer Letzi mit ansehnlicher Mauersubstanz im ganzen schweizerischen Alpenraum.» Nachdem sich jahrelang Kanton und Gemeinde gegenseitig die Verantwortung als Eigentümer der Mauer zuschoben, übernimmt 1995 die Stiftung «Landmauer Gamsen» das (unbeliebte) Objekt mit all seinen Rechten und Pflichten. Noch im gleichen Jahr beschliesst der Staatsrat des Kantons Wallis die Unterschutzstellung der um Mitte des 14. Jahrhunderts errichteten Letzi. Dem Entscheid folgt 1996 namens der Bundesbehörde auch die eidgenössische Denkmalpflege.